Während die beiden ersten Bilder noch Fischaugen-Aufnahmen waren (auch damit ‚geht‘ Bokeh) folgen heute noch zwei Bilder, die mit dem DA 2,8/35 Macro Limited aufgenommen wurden. Allen vier Aufnahmen gemeinsam ist die manuelle (Un-)Scharfstellung auf den Nahbereich. Besonders beim 35er durfte man es damit nicht übertreiben, sonst wären nur formatfüllende Unschärfekreise übrig geblieben.

Das rechte und letzte Bild ist aus der ganzen Serie mein Favorit. Glaub‘ ich. Vielleicht. 😀 Wie geht es Euch? Hättet Ihr da ein Lieblingsbild?

[Aus der Zeit gefallen] Der Times Square I

Den Times Square habe ich mit einer fertigen Idee im Kopf besucht. Die Idee hatte ich schon einmal im Rahmen einer anderen Microserie ausprobiert. Das war vor 5 Jahren ein Teil meiner „Weltreise durch Stuttgart„: Die Reduktion eines Ortes auf seine Lichter, auf grobe Schemen. Bei der „Weltreise“ ging es mir darum, vor dem inneren Auge des Betrachters einen anderen Ort entstehen zu lassen. Da ging es um die Idee von Ferne in der Heimat. Um Fernweh und zu Hause bleiben. Und ein bisschen um die Vielfalt, in der wir hier zum Glück leben.

Dem Times Square wollte ich mit der gleichen Technik zu Leibe rücken. Das Ziel war aber logischerweise an anderes. Times Square ist ein ikonischer Ort. Jeder kennt ihn, mindestens von Bildern. Es ist ein Ort bei dem es mal nicht übertrieben ist, zu behaupten, er bestehe vor allem aus Licht. Also sollten nur seine Lichter auf die Bilder. Dass der Times Square heute ein Rummelplatz für Touristen geworden ist (falls er das nicht immer schon war) musste ich nicht in allen Details im Bild haben. Lebende Freiheitsstatuen, Captain America-Darsteller und unbekleidete angemalte Frauen die sich für Geld mit ins Selfie stellen, waren nicht mein Thema (obwohl sie ein Thema hätten sein können). Ach die vielen hundert Menschen, die sich im Widerschein der Monitore und Leuchtwerbungen selbst fotografierten hätten für eine Serie getaugt. Aber mein Times Square sollte aus der Zeit fallen. Nur noch Ort und Erinnerung sein.

Ich möchte die Bilder groß zeigen. Deswegen zeige ich sie einzeln. Vier Bilder werden es bis Samstag morgen werden:

Hier und jetzt. Wann verlernen wir das eigentlich?

Die Staten Island Ferry ist vielleicht der beste Weg, um mit Kindern nach Manhattan zu kommen. Drüben parken und dann in der gebotenen Langsamkeit der Silhouette von sich gegenseitig übertrumpfenden Hochhäuser entgegenschippern. So kann man nach und nach die Dichte verstehen und die Höhe erfassen. Und die Freiheitsstatue gleitet vorbei, morgens an Backbord im Licht, abends an Steuerbord vor dem Abendhimmel.

Dass die Fähre nicht kippt, wundert mich fast. Alle stehen auf einer Seite, viele fotografieren. Kinder kucken einfach. Hier und jetzt.

 

[Alleingang II] WNYC Transmitter Park

Am selben Ort zur selben Zeit. Entspanntes New York. Ein Panorama mit Querflöte. 

[Alleingang I] East River, Brooklyn, Kent Street

Treiben lassen. Einen Tag lang war ich alleine in New York unterwegs. Ziele im Kopf. Orte und Bilder. Mikroserien. Eine davon (natürlich!) waren diejenigen Bilder, die hierzulande immer schwieriger werden: New York gilt ja nicht umsonst als eine Heimat der Straßenfotografie. Als ich unterwegs war merkte ich aber, dass ich zwar ins Ausland fahren kann, dass mein Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht des Abgebildeten aber nicht an der Grenze zurückbleibt. Ich habe fotografiert, wie ich es auch in Deutschland täte.

In Brooklyn habe ich ganz zufällig den winzigen WNYC Transmitter Park entdeckt. Ein toller Ort. Vielleicht ist das noch ein Geheimtipp für New-York-Reisende, offenbar ist er erst seit und 5 Jahren eröffnet. Über ein winkliges Pier kann man dort auf den East River hinauslaufen. Ein ruhiger Ort mit einem überwältigenden Blick.

[Taschenspieler] Kein Kummer, ausser mit Hummer

Ein Reisebericht, ein Taschentest, eine Lebensmittelallergie.

Wir waren also in den USA. Und wie immer, stand am Anfang die Frage, welche Kameras, welche Objektive und welches Zubehör mit auf diese Reise dürfen. Ich hatte allerlei halbgare Ideen im Kopf, was ich dort wohl fotografisch alles machen wollte (am Ende – das hab ich schon angedeutet – ist das Gefühl geblieben, vieles nicht gemacht zu haben und gleichzeitig habe ich 3000 Fotos auf den Karten). Mit im Gepäck hatte ich eine Camslinger ‚Streetomatic +‘ von Cosyspeed. Und natürlich gibt es einen Grund dafür, dass ich schon wieder über eine Tasche von Thomas berichten kann:

Seit Juni gehe ich nicht mehr zu Fuß zur Arbeit, jetzt fahre ich. Mit dem E-Bike. Sehr schnell bin ich auf die Idee gekommen, für den täglichen Kleinkram einfach meine alte Camslinger 160 zu verwenden. Schlüssel, Geldbeutel, Brille, Smartphone und das Bedienteil vom Bike, passt locker alles rein und belastet beim Fahren null. Nichts rutscht auf dem Rücken hoch, nichts schlenkert oder zerrt an der Schulter. Die einzige Merkwürdigkeit besteht darin, dass man Räder und Pferde schon immer von links besteigt. Deswegen muss auch die Tasche nach links, sonst stört sie. Damit ist die Gürtelschnalle dann hinten. Damit kann ich leben, man spürt es kaum. Als ich Thomas Ludwig davon erzählt habe, hat er mir direkt die ‚Streetomatic +‘ zum Test angeboten*. Long Story short: Statt über das Pendeln mit dem Rad wurde das hier nun ein Test als Tasche für die Reisefotografie, für die Stadt, für die Wanderung, für den Strand!

Also zurück zur Amerikareise.  Mein Bordgepäck im Flieger war mein alter Kamerarucksack mit der Pentax DSLR, drei Objektiven, der Samsung DSLM und Akkus, Ladegeräten, Kabeln, Karten, einem Tablet, dem Skizzenbuch und natürlich dem notwendigen Dokumentenkrempel für die ganze Familie. Ich hab mich also echt auf das Nötigste beschränkt. So etwa. Na ja. 🙂 Den Rucksack habe ich auch unterwegs verwendet. Immer wenn ich mich nicht entscheiden konnte, welche Kamera heute richtig wäre. In diesem Satz versteckt sich auch die Crux mit Rucksäcken und Messengerbags: Man drückt sich um Entscheidungen herum. Entschieden relaxter war ich also mit der ‚Streetomatic +‘ auf der Hüfte. Sie macht mich in jeder Hinsicht leicht.

Cape May ist nicht unbedingt eines der Ziele, die Amerikareisende automatisch auf dem Zettel haben. Unser ganzer Aufenthalt in den USA war aber darauf gemünzt, das etwas alltäglichere Amerika zu erleben. Amerikanische Ziele, sozusagen. Das viktorianisch anmutende Städtchen markiert den südlichsten Zipfel von New Jersey. Es war von Anfang an vor allem ein Urlaubsort für wohlhabende Bürger aus New York und Philadelphia und auch heute lebt die 4000-Seelen-Gemeinde vorrangig vom Tourismus. Der dünengesäumte und mit Weltkriegsbunkern gespickte Strand erinnerte mich sehr an Sylt, das Niveau der vor den Häusern geparkten Autos auch. Nur heißer ist es in Cape May und die Architektur strahlt Leichtigkeit und Lässigkeit aus, wo Sylt eher trutzig und gesetzt daher kommt. Trotzdem: Gerade die kleine Fußgängerzone (Washington Street) könnte man mitsamt den klassischen Zuckersachenläden auch mit einem friesischen Städtchen verwechseln. Es ist schön dort. Sehr sogar. Und es gibt leckere Hummersandwiches, speziell bei „Quincy’s Original Lobster Rolls“ . Dass Hummer irgendwie mit Hausstaubmilben verwand sind, hab ich erst später gelesen. Kreuzallergie. Immerhin hat mir diese Erkenntnis auch einen Einblick in das amerikanische Gesundheitswesen verschafft. Ich weiss jetzt, wie eine „Urgent Care“ von innen aussieht (wie im Film) und funktioniert (auch wie im Film). Und am Ende des Tages hatte Dr. Cramer meinen Kreislauf auch wieder im Griff, es hörte auf am ganzen Körper zu jucken und die Blasen und Flecken auf der Haut gingen auch wieder weg. 😀











Cape May, New Jersey. Der älteste Badeort der Nation.

Vor dem Hummerkummer war noch genug Zeit um zu fotografieren. In einer heißen Stadt macht ein Rucksack keinen Spaß. Trotzdem sollte (nicht nur in Cape May) oft meine universellste Kamerakombi mit. Und es ist tatsächlich überhaupt kein Problem, die DSLR mit angesetztem Sigma 18-300 in der der ‚Streetomatic +‘ zu verstauen! Plus Ersatzakku und SD-Karte. Plus Smartphone. Plus Geld und Kreditkarten. Das Paket ist dann nicht mehr leicht, lässt sich aber selbst an langen Tagen immer noch leicht tragen. Weil es nicht an der Schulter um am Rücken zerrt. Noch viel lockerer wird es, wenn nur die Spiegellose dran (und drin) ist. Wie das dann ‚von außen‘ aussieht, kann man auf den Bildern sehen, die unsere Freunde oder meine Kinder von mir gemacht haben: In meinen Augen sieht die Tasche aus veganem Leder (formerly known as ‚Kunstleder‘) einfach im besten Sinne unauffällig aus. Und zwar unabhängig davon, ob man jetzt durch New York schlendert oder in Turnschuhen zwischen Boulderfelsen herumklettert. Ich bin ein großer Fan des Magnetverschlusses mit dem Sicherungsgummi. Der kommt fast an den (für mich unerreichten) Verschluss der originalen Camslinger 105 und 160 heran. Und beim Sicherheitscheck (den es in den USA selbst in Bibliotheken und Museen gibt) verzweifeln die Sicherheitsleute daran. Das lässt hoffen, was Taschendiebe angeht.

Und so schafft die Tasche das wichtigste: Dass man den Kopf nicht bei der Technik und nicht mal bei seinen ’sieben Sachen‘ haben muss. Dass man spontan und mobil bleibt. Ein Griff und die Kamera ist da. Und genau so schnell sind die Hände auch wieder frei. So schlederten wir nicht nur durch Cape May. Auch in Washington war es brütend heiss. Ein Kopf der nicht bei der Technik ist (und dem die Hitze zusetzt), kann natürlich auch mal auf leicht unbeholfene Ideen verfallen, wie man zum Beispiel eine partielle Sonnenfinsternis fotografieren könnte. Macht aber nix, wenn dank der schnellen Tasche später die Kamera sofort zur Hand ist, sobald die Natur einem freiwillig mit einer dekorativen Wolke zum gewünschten Foto verhilft. 😉

Die Tasche ist sozusagen das edelste Stück bei Cosyspeed. 129,- EUR sind schon ein Wort. Dafür kommt aber mit der Tasche auch noch das auch komplette Zubehör, bestehend aus der Regenhaube, der Gurtverlängerung (mit der man die Tasche auf der Schulter tragen kann), der Fingerschlaufe und natürlich den 4 Abteiltrennern, um die Tasche so einzurichten, wie man es gerade braucht. Zum Beispiel wenn man nicht mehr reist. Sondern wieder E-Bike fährt. Zur Arbeit :-D.

*Die Tasche für diesen Bericht wurde mir von Cosyspeed kostenlos zur Verfügung gestellt.

3118 (vorläufige Gesamtzahl zu sortierender Fotos aus den USA)

Wieder nach Hause kommen. Wo der Sommer kühl und feucht zum Herbst überleitet. Was OK ist. Nach Hause nach Stuttgart. Aus den Vereinigten Staaten. Aus einem ungewöhnlichen Urlaub in Suburbia, im ‚Urban Sprawl‘ New Jerseys, zwischen New York, Philadelphia und der atlantischen Küste.

Wir haben liebe Freunde bei Princeton besucht. Sie gaben uns die Gelegenheit, in Ihrem Haus 3 Wochen den amerikanischen Alltag auszuprobieren. Natürlich eine Zeitrafferversion davon, mit Ausflügen in die umliegenden Großstädte, ans Meer und nach Washington. Aber eben auch mit der Gelegenheit, dort zu Leben wo man als Tourist sonst eher nicht hängen bleibt, mitten im städtebaulichen Ausdruck des amerikanischen Traums, wie er sich seit über 50 Jahren rund um die Ballungszentren erstreckt: In der Vorstadt. Im Falle New Jerseys kann und muss man wohl davon sprechen, dass weite Teile des Landes hauptsächlich als Vorstadt funktionieren.

Es wird manches zu berichten geben, wenn ich mich erst mal durch die gut 3000 Bilder gewühlt habe, die ich mitgebracht habe. 1000 davon sind nur ‚geliehen‘ von André, unserem Gastgeber. Aber trotzdem: Da liegt ein bisschen Arbeit vor mir, obwohl ich vor Ort mal wieder das dringende Gefühl hatte, viel zu wenig zu fotografieren und gar nicht richtig ‚in den Fluss‘ zu kommen. Heute also melde ich mich erst mal zurück. Mit Bildern des Heimwegs. Naturgemäß sind die von einiger Schwermut getragen, denn natürlich ist das Reisen immer viel zu schön, um freiwillig wieder damit aufzuhören. Die Aufnahmen entstanden mit dem Handy (Huawei P8 lite, nix besonderes) während des stundenlangen Umstiegs in Kopenhagen. Der Regen und die Müdigkeit hielten uns davon ab, in die Stadt zu fahren (genug Zeit wäre gewesen). Müde und verregnet sind also auch die Bilder. Wie immer sind sie auch ein Spiegelbild.

[G.A.S.] Und noch ’ne Kamera?

Ja. Noch eine. Aber sozusagen unfreiwillig.

Das Online-Fotomagazin Kwerfeldein hat vor einiger Zeit damit begonnen, zur Refinanzierung des kostenlosen Blogs Kisten mit Fotokram zu schnüren und unter dem Titel #kwerbox zu verscherbeln. Der Witz daran: man bekommt für 30 Euro eine Kiste voll mit Sachen, die man sich sonst wahrscheinlich nie gekauft hätte. Und der Wert des Inhalts ist immer höher als jene 30 Euro (auch wenn das meist durch das Beilegen von gerade nicht mehr ganz taufrischen Print-Magazinen oder von Gutscheinen für irgendwelche Dienstleistungen zustande kommt). In meinem Schrank harrt deshalb inzwischen der Platikbausatz einer TLR und eine Lochkamera aus Pappe darauf, von den Kindern und mir gebastelt zu werden. Die Diesmal enthaltene ‚Hauptsache‘ muss man dagegen nicht erst zusammenkleben. Das einzige was ich tun musste, war einen der raren Pocketfilme besorgen. Nun ist er da. Nun darf sie los, in die freie Wildbahn. 

Also, was ist das für ein Ding? Die Diana Baby ist so süß, dass sie schon allein als Vitrinenkamera ein echter Hingucker ist. Sie belichtet auf Pocketfilm 110, den man – soweit ich das überblicken – nur von Lomo bekommt. Was es kosten wird, den Film zu entwickeln, darüber denke ich jetzt einfach mal nicht nach. Ob man den einfach bei ‚dm‘ abgegeben kann? Wie früher? Egal. Das Negativformat von Pocketfilm entspricht dem Sensorformat (micro) Four Thirds, die Kamera nutzt davon aber nur einen quadratischen Ausschnitt. 

Die Filmkassetten stehen im Betrieb seitlich aus dem Gehäuse heraus, Lichtdichtung könnte ich keine entdecken aber dafür) kann ich jedes Bild so oft belichten, wie ich will. Einfach den Auslöser wieder und wieder benutzen. Und das schwebt mir jetzt auch vor… 

Das kleine Ding kommt sogar mit 2 Objektiven, einmal 12 und einmal 24 Millimeter. Ich geh mal davon aus, dass das echte Brennweiten sind. Also entsprechend einem Weitwinkel (mit rundem Bild) und einem Normalobjektiv.

Wie auch immer, jetzt heißt es Lomografieren gehen. Wenn dabei irgendetwas scannbares herauskommt, werde ich das natürlich hier zeigen. 😉